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Als Apostolische Väter werden christliche Autoren bezeichnet, die in im späten ersten oder in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts bedeutsame Schriften für die frühe Gemeinde verfassten und erhalten geblieben sind. Im 17. Jahrhundert erhielten sie diese Bezeichnung, weil ursprünglich vermutet wurde, dass die Autoren direkt von den Aposteln geprägt wurden.
Diese Sammlung enthält Ausgaben der Bibliothek der Kirchenväter. Die meisten wurden von Franz Zeller vom Griechischen ins Deutsche übersetzt.
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Die Didache ist die älteste der überlieferten Kirchenordnungen. Sie war längst in einzelnen Bruchstücken aus den Erwähnungen alter Kirchschriftsteller bekannt, als sie im Jahre 1875 durch den Metropoliten Philotheos Bryennios von Nikodemien aus der sogenannten Jerusalemer Handschrift, die sich schon im Jahre 1883 in der Bibliothek des Hospizes vom heiligen Grab in Konstantinopel befand und jetzt in Jerusalem ist, herausgegeben wurde. Die aus dem Jahre 1056 stammende Handschrift nennt in ihrem Inhaltsverzeichnis die Schrift einfach „Lehre der zwölf Apostel“, während der ursprüngliche, über dem Text stehende Titel die vollere Form hat: „Lehre des Herrn durch die zwölf Apostel an die Heiden". Die Schrift selbst erhebt nirgends den Anspruch, apostolisch zu sein. Für die sechs ersten Kapitel gibt es auch eine alte lateinische Übersetzung in einer Münchener Handschrift vom elften Jahrhundert, die J. Schlecht aufgefunden und im Jahre 1900 veröffentlicht hat.
Der Barnabasbrief ist vollständig in zwei griechischen Handschriften überliefert, nämlich in dem codex Sinaiticus aus dem vierten Jahrhundert und in dem schon genannten codex Hierosolymitanus aus dem Jahre 1056.
Der Barnabasbrief zerfällt in zwei sehr ungleiche Teile. Der erste und größere Teil ist lehrhaft (dogmatisch) gehalten, der zweite enthält sittliche Vorschriften und Warnungen.
Unter dem Namen des Klemens sind uns zwei Briefe an die Korinther überliefert; aber der zweite ist unecht, er stammt nicht von Klemens, ist auch kein Brief, sondern eine wahrscheinlich um das Jahr 160 in Korinth gehaltene Homilie.
Überliefert sind die beiden Klemensbriefe in zwei griechischen Handschriften, einmal in der aus dem fünften Jahrhundert stammenden Bibelhandschrift (cod. Alexandrinus) und dann in der von dem Metropoliten Ph. Bryennios im Jahre 1875 entdeckten Jerusalemer Handschrift, die auch die Didache und den Barnabasbrief enthält.
Für die theologische Wissenschaft bleibt der Brief ein Denkmal von allerhöchstem Wert. Er ist der bedeutendste Zeuge für den Aufenthalt Petri in Rom, für das hohe Ansehen, das die römische Kirche schon am Ende des ersten Jahrhunderts bei den Kirchen S. 24 genießt, für das starke Bewusstsein des göttlichen Ursprungs der kirchlichen Ämter: Christus von Gott, die Apostel von Christus, von den Aposteln die Bischöfe und Diakonen, die selbst wieder ihr Amt, das als Opferamt priesterlichen Charakter trägt33, an erprobte Männer weitergeben34. Auch gibt der Brief vielfachen Aufschluss über die neronische Christenverfolgung, über Gebet und Glauben am Ende des ersten christlichen Jahrhunderts.
Clemens von Rom (* um 50 in Rom; † 97 oder 101 in Rom oder auf der Krim), wird zu den Apostolischen Vätern gezählt. Als Bischof von Rom war er zweiter oder dritter Nachfolger des Apostels Petrus. Es ist nach Paulus die erste bedeutende Gestalt des Christentums, von der umfangreicheres und sicheres Quellenmaterial zur Verfügung steht.
Diese zu Unrecht dem Klemens zugeschriebene Abhandlung, die fälschlicherweise als Brief ausgegeben wird, hat fast die gleiche handschriftliche Überlieferung wie der echte Klemensbrief; nur fehlt im codex Alexandrinus von c. 12, 5 ab alles; die fehlenden Kapitel aber enthalten den entscheidenden Beweis dafür, dass diese Schrift kein Brief, sondern eine Homilie ist.
Der Inhalt der Homilie ist ziemlich allgemein. Die Vorstellung des Christen über Gott, den Richter der Lebenden und Toten, muss Gottes Größe entsprechend sein; durch die Erfüllung seiner Gebote und durch die Verachtung der weltlichen Genüsse sollen wir ihn verherrlichen, damit wir das ewige Leben erhalten; wir werden in diesem Fleische auferstehen. Almosen geben deckt viele Sünden zu, und den Schwachen sollen wir helfen, in Gottes Geboten zu wandeln.
Wenn auch diese Homilie kein Werk des Klemens Romanus ist, so dürfte sie doch wegen ihres hohen Alters und wegen ihrer Zugehörigkeit zu dieser literarischen Gattung einen Platz finden in dieser Väterausgabe.
Das literarische Bild des hl. Ignatius von Antiochien ist durch spätere Fälschungen und Zutaten ähnlich entstellt worden wie das des römischen Klemens. Er gilt mit Recht als Apostelschüler, war Bischof der syrischen Hauptstadt, starb als Märtyrer und wurde von früher Zeit als Heiliger in der Kirche verehrt. Er selbst nennt sich immer mit einem zweiten Namen: θεοφόρος = Gottesträger.
Nach Origenes, Eusebius und Hieronymus war er als Nachfolger des Evodius unter Einrechnung des Apostels Petrus der dritte Bischof von Antiochien. Aus seinem Leben ist sicher bekannt, dass er Bischof war, dass er unter Trajan zum Tode verurteilt wurde, dass er auf der Reise von Antiochien nach Rom seine sieben Briefe verfasste, die wir heute als Kleinod altchristlichen Glaubens und tiefer Frömmigkeit verehren.
Ignatius von Antiochien († 2. Jahrhundert, Martyrium) war Bischof von Antiochien. Genauen Lebensdaten und -umstände sind nicht bekannt. Sieben seiner Briefe sind als echt anerkannt. Er ist ein Zeuge für frühe dogmatische Festlegungen in der Kirche.
Polykarp von Smyrna schrieb im 2. Jahrhundert einen Brief an die Gemeinde von Philippi. Dieser Brief wurde 1918 von Franz Zeller aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt.
Polykarp von Smyrna (* um 69; † um 155 in Smyrna) war im 2. Jahrhundert Bischof von Smyrna in Kleinasien (heute Izmir, Türkei). Er wird zu den apostolischen Vätern gezählt.
Der Brief Polykarps an die Philipper war der wichtigste Zeuge für die Echtheit der Briefe des Ignatius von Antiochien.
Polykarp von Smyrna (* um 69; † um 155 in Smyrna) war im 2. Jahrhundert Bischof von Smyrna in Kleinasien (heute Izmir, Türkei). Er wird zu den apostolischen Vätern gezählt.
Im 2. Jahrhundert schrieb ein Schüler einen Brief an einen Diognet. Dieser Brief wurde von Dr. Gerhard Rauschen aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt.
Der Verfasser nennt sich „Mathetes“. Das ist aber kein Eigenname, sondern betont seine Eigenschaft als Schüler (μαθητής = Jünger).
Unter den „Apostolischen Vätern“ geht auch eine Schrift mit dem Titel „Der Hirte des Hermas“. Wie sie an Umfang alle anderen Schriften dieser Zeit überragt, so ist diese apokalyptische Bußpredigt nach Inhalt und Form besonders eigenartig. Sie weist eine äußerliche Dreiteilung auf in fünf Gesichte (ὁράσεις, visiones), zwölf Gebote (ἐντολαί, mandata) und zehn Gleichnisse (παραβολαί, similitudines). Ein innerer Grund für diese sehr alte Dreiteilung liegt nicht vor, denn auch die Gebote und Gleichnisse tragen visionären Charakter; so ist das neunte Gleichnis nichts anderes als eine Wiederholung und Einschärfung der Gesichte, was der Verfasser selbst an einer Stelle deutlich ausspricht.
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Joshua Ganz
4/21/2023